Das Königsteiner Modell setzt auf einen schnellen Verhandlungstermin, der Eskalation und die Entfremdung zum ausgezogenenen Elternteil verhindern soll.
Seit gestern ist es offiziell: Dr. Clemens Theimer ist der neue Herr im Luxemburger Schloss. In einer kleinen Feierstunde wurde der neue Direktor des Königsteiner Amtsgerichtes in sein Amt eingeführt.
Am Dienstag bekommt das Amtsgericht Königstein ganz offiziell einen neuen Direktor. Clemens Theimer, der schon seit Monaten in diesem Job arbeitet, wird in sein Amt eingeführt. Seine Vorgängerin Elisabeth Fritz wurde bereits im März zur neuen Präsidentin des Offenbacher Amtsgerichts ernannt.
Königstein. Zeit ist Geld. Nicht nur Geschäftsleute wissen das, auch die Justiz. Die Mühlen der blinden Dame mit der Waage mahlen heute schon weitaus schneller als noch vor Jahren, die des Königsteiner Amtsgerichtes mahlen sogar besonders schnell. Davon konnten sich jetzt Christine Seitz und Frauke Hennig von der Industrie- und Handelskammer Frankfurt (IHK) bei einem Besuch im Büro des stellvertretenden Direktors, Richter am Amtsgericht Dr. Clemens Theimer, überzeugen. So altehrwürdig das Luxemburgische Schloss auch nach außen wirken mag, so modern ist es im Inneren. Was die beiden IHK-Damen interessierte, das sie extra nach Königstein gekommen waren, war das Registergericht, eines der modernsten der Republik.
Königstein. Das Leben eines Richters bietet weit mehr, als sich selbst der einfallsreichste Jura-Professor für seine Studenten als natürlich wahre Anekdote aus früheren Amtstagen einfallen lassen könnte. Dass Angeklagte ohne Führerschein das eigene Auto dreist vorm Gerichtgebäude parken, kommt ab und zu auch im richtigen Leben vor. Dass aber, mitten in Frankfurt, ein Angeklagter beritten zu seinem Prozess kommt, dürfte schon seltener vorkommen, noch seltener dürfte sein, dass derselbe Angeklagte später, in dem unguten Gefühl, dass ihm sein gutes Recht vorenthalten wird, zur Urteilsverkündung im eigenen Sarg anreist.
Liederbach. Was geschah Mitte Januar dieses Jahres? Schon vergessen? Das gefürchtete Orkantief „Kyrill“ fegte damals über den Taunus. Es kam zwar nicht ganz so schlimm wie erwartet, Sachschäden gab es aber trotzdem zahlreich. Mit einem dieser Schäden und seinen Folgen hatte sich jetzt, knapp zehn Monate, nachdem der der Sturm über das Land hinweggefegt war, das Königsteiner Amtsgericht zu befassen. Es verurteilte einen Anwohner der Königsteiner Straße in Liederbach dazu, einem Handwerker 662,48 Euro zu zahlen.
Kelkheim. Es passiert bestimmt nicht jeden Tag, dass gegen eine Richterin vom Beschuldigten Strafantrag gestellt wird, weil der sich zur Abgabe falscher Angaben gezwungen fühlt, in diesem Fall zur Staatsangehörigkeit. So geschehen nun vor dem Königsteiner Amtsgericht, wo es doch eigentlich nur um einen Strafzettel ging: Ein 50 Jahre alter Mann aus Kelkheim hatte Justitia bemüht und damit nicht nur die Richterin, die Protokollkraft und eine Zeugin, sondern auch die Staatsanwaltschaft beschäftigt. Fast überflüssig, zu erwähnen, dass es bei dem Strafmandat um gerade einmal 35 Euro ging. Der Kelkheimer war damit nicht einverstanden und legte Einspruch ein.
Königstein. „Scheiden tut weh“, heißt es redensartlich, wenn auch in anderem Sinne als im Zusammenhang mit dem Ende einer Ehe. Weh tut dieser Akt vor allem den Betroffenen. Und das sind eben nicht nur Mann und Frau, sondern allzu oft auch Kinder, die zwischen Vater und Mutter hin und her gerissen, aber auch als Druckmittel missbraucht werden. Ihnen gilt die größte Sorge und ihr Leid soll mit dem „Königsteiner Modell“ künftig gelindert werden.